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Donnerstag, 18. September 2014

Head against the machine

Could it be that the head is truthfully the bad?
I’m not speaking of ears and eyes and mouth-
they might be of some use.
What I mean is the brain-
collecting all those memories, impressions and pictures,
but that’s still fine.

The heart, they say, is pure-
but what does it really do?
Are those feelings meant to be pure?
Don’t they just cause pain?
How are the chances that what you feel, someone else does too?
I  mean- those ears and eyes and mouth,
Do they taste and see and hear as others do?
Isn’t it the brain, who gives meaning to them all?

It’s great to be able to realise that you’re alive.
The puppet can walk! The robot can talk!
But what else is there?
The body? the limbs?
'The Matrix man', that's what I hear them scream.
The voices in my head don’t rest- or is it my brain?

Is what they told me part of my brain?
Al those falsey misconceptions.
 My heart screams to shake them off and to be free.
Or is it my brain?
It’s all an act, you see!

My fingers try to reach for the me under my skin
But all that’s left from this are scars
That’s not a way to feel
Stupid brain!

Give me life
Give me joy
Give me pain like this
For that I see that I’m alive
I want to taste it, feel it, see it with my brain.
Get clear of myself and start being one
one with my eyes
one with my ears
one with my limbs
for they are not my limbs
THIS IS ME!

Samstag, 5. Januar 2013

Ich ziehe die Tür hinter nir zu und trete ins Freie... (erweitertes Fragment von 2011)

Wenn ich jetzt gehe, wird nichts mehr so sein, wie es mal war.
Ich lasse kein Leben zurück, ich nehme alles mit.
Die Frage ist, in welcher Form ich gehe.
Kann ich so gehen?


Können und Wollen sind Zwillinge
Gehen und Kommen auch.
Da- sein ist Existenz
Wahrnehmen nicht weniger

Veränderung heißt Lernen
Rückkehr gibt es nicht
Herzzschlag unt Atmen sind Zeit
Zeit ist unaufhaltbar

Veränderung

‚Wandel‘ könnte man im Englischen mit ‚Change‘ übersetzen, auch wenn es dafür sicherlich noch beeindruckendere Synonyme gäbe. ‚Change‘ heißt nun aber auch ‚Wechselgeld‘ und bestimmt noch einiges mehr. Sind die Veränderungen unserer Leben also das Wechselgeld der Realität des Moments?
Idealismus weicht Pragmatismus, man führt bitterernste Diskussionen über Satzanfänge deren zugehöriges Ende man überhaupt nicht kennt, Erreichtes wird wichtiger als Erfahrenes. Was sind schon Streitgespräche in einer Zeit, in der Telefone mehr wissen als Menschen? Wie kann man etwas in Frage stellen, was noch nicht einmal beendet wurde und der Autor selbst vor lauter werdenden Stimmen vergessen hat, was er eigentlich sagen wollte?

Kommunikation kann inzwischen so schnell sein, dass Spontanbesuche auszusterben scheinen. Wann bin ich das letzte Mal unangekündigt bei jemandem vorbeigegangen? Würde ich wollen, dass jemand unangekündigt vor meiner Tür steht? Hat die Disziplin nachgelassen? Weichen die Rituale den Terminen? Wer putzt heute schon noch alle 4 Wochen seine Fenster und hat Zeit für den fünf-Uhr-Tee?
Es gibt Bücher und Zeitungsartikel, die prophezeien eine Welt, die uns gibt- was wir wollen, oder besser gesagt, die uns gibt, wovon führende Unternehmen überzeugt sind, dass wir es wollen (sollten). Schon jetzt umgeben sich sehr viele Menschen mit selbst gewählten akustischen Umwelten. So schwebt man dann in der eigenen Welt, ungestört von anderen Dingen, sicher und beschützt und ganz und gar abgeschottet.
 "Du schlägst die Zeitung auf, die letzte Seite heißt aus aller Welt und beschreibt wie alles auseinander fällt" (Tele, irgendwann zwischen 2000 und 2010)
Benjamin Stein beschreibt in seinem Roman "Replay" wie in der Zukunft die Menschen direkt über Implantate mit dem Internet verbunden sind, die ihre Bedürfnisse erkennen und undgefragt danach filtern und den Konsumenten damit füttern (vgl. Die Zeit Nr. 32, Wirtschaft, S. 20).
Barbara Hambly schickt einen ihrer Hauptcharaktere nach mehreren Höllen in eine Welt, ohne Fenster-aber mit Reklameschirmen, die man nicht abstellen kann und die die Miete steigen lassen, sollte man sie stumm stellen. Statt Nahrung, nimmt man Drogen zu sich- um die Leistungsfähigkeit zu erhalten und den drei Jobs nachgehen zu können, die man braucht, um sich die Drogen leisten zu können. Die Menschen sehen alle gleich aus und halten sich alle für individuell und einzigartig.
Ähnliche Szenarien in WallE usw.

Die Frage ist aber nicht ob diese Veränderungen gut schlecht oder auch beides sind. Die Frage ist, ob wir bemerken würden, wenn wir uns zum schlechteren Verändern? Wo ist die Grenze zwischen Akzeptanz, Toleranz und Einschreiten? Geht das überhaupt, wenn man sich nicht sicher sein kann, alle Randfaktoren zu kennen? Schließlich hat ja jeder Gründe für das, was er tut. Und unterliegen wir nicht alle der gleichen medialen Flut von Idealen, deren Erreichbarkeit propagiert wird, wenn man sich nur genügend anstrengt? Kann man sich überhaupt noch als außenstehend betrachten?
Fest steht, dass der Moment oft selbst die Regie übernimmt. Menschen scheinen häufiger zu reagieren, als dass sie vorher detailliert über ihre Aktionen nachdenken. Was passiert und was übrig bleibt ist Teil des Prozesses, den man Veränderung nennen mag. Je weltweiter das stattfindet, desto einheitlicher wird es. Und wenn man nur noch umgeben ist, von Dingen, die man sich selbst rausgesucht hat bzw. die nach einem speziell erstellten Profil vorsortiert wurden, wo bleibt dann das wahrhaftig Neue? Oder gibt es einfach zu viel davon und es MUSS eine Art Vorsortierung geben?

Persönlich bin ich dafür dem ganzen wieder etwas mehr Zeit zu geben und weniger kontrollieren zu wollen. Besonders im Kleinen und Zwischenmenschlichen. Es mag verträumte Spinnerei sein, aber bis jetzt hat es immer mehr gebracht wirklich zuzuhören und ausreden zu lassen, als nur darauf zu warten, selbst endlich zu Wort zu kommen und den eigenen Emotionen und Ansichten freien Lauf zu lassen…

Dienstag, 3. Juli 2012

Decisions, descisions...

"Jede festlegende Entscheidung ist der Tod hunderter von Möglichkeiten"

So oder so ähnlich kam es letzten in einem Gespräch auf. Es ging eigentlich um die Tatsache, dass ein Vertrag uns die Möglichkeit nimmt, da zu wohnen, wo wir uns es einmal erträumt haben. In meinem Fall bedeutet das die Welt, in dem Fall meines Gesprächspartners ging es um Nähe zur Heimat, denn der Vertrag kann die Welt bedeuten.
Im Moment donnert eben jenes Zitat auch durch meine kleine, private Welt. Ich habe schon öfter Zeit allein zugebracht, Zeit allein war sogar gewünscht in der Zeit, in der ich wieder in der elterlichen Wohnung ziwschenlandete. 
In drei Monaten gewöhnt man sich an so einiges. Trotzdem steht der Mietvertrag für die erste eigene Wohnung. Die Wohnung nimmt Form und Farbe an, nur irgendwie ist sie auch verdammt leer. Und was ist jetzt eigentlich in der kleinen großen Stadt? Die Freunde haben grad mit ihren eigenen Leben zu kämpfen, da ist schon ein skype- Gespräch eine Sensation.
Zwischen dem Auspacken der Kartons mal wieder eine Zwischenlandung bei den Elts. Die letzten Wochen auf Arbeit war Stress pur- es folgt einschlafen auf der Couch. Aufwachen mit der Katze auf den Füßen. Weiterpacken. Auto beladen. Vorwurfsvolle Blicke der Katzen mit dem Blick auf die Tasche.

" Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht erschlaffen"

Hier ist es sicher, hier ist es ruhig. Hier weiß ich, dass mir nichts passiert- aber ist das nicht langweilig, wenn einem so gar nichts passiert? Aber was wenn kein Leben in die Wohnunng kommt? Wenn sie leer bleibt? Wenn es immer weiter so wehtut? Wenn dir Kraft nicht reicht sie zu füllen. Wäre eine WG für den Anfang vielleicht doch besser gewesen? Hätte ich länger warten sollen?

"Du kannst jederzeit wieder hierher zurückkommen!" Ich weiß und auch wenn es hübsch und sicher ist, so muss ich jetzt erstmal den Schnitt machen, der normal ist, den ich schon vorher tat, der gesund ist. Tausende taten ihn vor mir, kann doch also gar nicht so schwer sein. Und zurückkommen kann ich ja wirklich mal für einen Tag oder zwei, aber nie mehr für immer.

"Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!"

Dienstag, 31. Mai 2011

Stille


Schreibpause in einer Nacht, von der ich noch viel erwarte. Es fühlt sich überhaupt nicht spät an. Schön schlafen geht sowieso im Moment nicht, wozu also überhaupt?
Die WG ist dunkel, nichts bewegt sich. Fenster auf! So schön die Somerwärme auch ist, der Zimmermief muss raus! Um diese Zeit in dieser Stadt sind die Straßen leer, ich kann hören wie die Stadt im Schlaf leise und gleichmäßig atmet. Der Himmel ist sternenklar. 
Eine schwarze Katze geht gemächlich über die Straße. Ich schaue ihr nach. Im Geiste gesellt sich ein Kater hinzu und beide verschwinden in der Schwärze. Die Ruhe der Nacht wird zu meiner. Das Gleichgewicht kommt zurück.
Eule, Nachtigall- was auch immer. Nachtmensch sein ist gut!

Sonntag, 8. Mai 2011

Diggin'!... Diggin' deep!



Wenn jeder Satz zur Qual wird und jeder Fakt die Frage aufstellt- ist das kunst oder muss das mit rein? dann treten auf einmal gedanken über alle vergrabenen dinge der welt line dancend in das blickfeld...
"Sich in die Diplomarbeit zu vergraben" kann eben auch etwas anderes bedeuten...- aber um die sich nur zu gut vergrabende arbeitsmoral, die mit der motivation inzwischen irgendwo in südchina angekommen sein müsste, soll es gar nicht gehen.

man kann ja so ziemlich alles vergraben: schatzkisten, knochen, blumensamen, sich selbst und und und... interessant ist natürlich letzteres. sich selbst kann man in unendlich vielen guten und schlechten dingen vergraben, man kann aber auch so einiges in sich vergraben. meistens sind das gedanken, es geht aber auch noch existentieller: gefühle und emotionen. und da wird es spannend! denn diese biester haben die eigenschaft sich anfangs ohne viel federlesen mit alltag zubuddeln zu lassen. Doch es braucht nur ein bild, einen geruch, eine bewegung und sie springen einem von sechs fuß unter der erde direkt vor die nase und wickeln sich zehnfach um jedes einzelne sinnesorgan. je länger es dauert, bis dieser durchbruch erfolgt, desto intensiver wird die erruption und brauch dann auch länger bis sie sich wieder in ihre dunkel-dumpfigen aufbawahrungsbehältnisse verziehen...

da hilft nur einen dicken fetten stein drauf schmeißen und so tun als sei nichts gewesen. Und bei nächst passender gelegenheit zum archäologen werden und groß ausstellen, was man findet, oder? PROSIT!

Mittwoch, 16. März 2011

Make an educated guess

Dämmerung

Ich halte meine Augen halb geschlossen,
Graumütig ist mein Herz und wolkenreich.
Ich suche eine Hand, der meinen gleich...
Mich hat das Leben, ich hab es verstoßen
Und lebe angstvoll nun im Übergroßen
Im irdischen Leibe schon im Himmelreich.
Und in der Flühe war ich blütenreich
Und über Nacht froh aufgeschossen,
Vom Zauber eines Traumes übergossen –
Nun färben meine Wangen meine Spiegel bleich.


Nun schlummert meine Seele

Der Sturm hat ihre Stämme gefällt,
O, meine Seele war ein Wald.

Hast du mich weinen gehört?
Weil deine Augen bang geöffnet stehn.
Sterne streuen Nacht
In mein vergossenes Blut.

Nun schlummert meine Seele
Zagend auf Zehen.

O, meine Seele war ein Wald;
Palmen schatteten,
An den Ästen hing die Liebe.
Tröste meine Seele im Schlummer.



Hingabe

Ich sehe mir die Bilderreihen der Wolken an,
Bis sie zerfließen und enthüllen ihre blaue Bahn.

Ich schwebe einsamlich die Welten all hinan,
Entzifferte die Sternoglyphen und die Mondeszeichen um den Mann.

Und fragte selbst mich scheu, ob oder wann
Ich einst geboren wurde und gestorben dann?

Mit einem Kleid aus Zweifel war ich angetan,
Das greises Leid geweiht für mich am Zeitrad spann.

Und jedes Bild, das ich von dieser Welt gewann,
Verlor ich doppelt, und auch das was ich ersann.




(Else Lasker- Schüler)

Samstag, 5. Februar 2011

Ode an das Vollbad

Eigentlich wollte ich ja nur meine Haare waschen, aber dann dachte ich mir: "Wann bekommst Du in nächster Zeit wohl wieder so leicht so schön heißes Wasser!?" Die Antwort gibt sich von selbst...
Der Moment als ich meinen Kopf langsam unter Wasser drücke birgt eine überraschende Empfindung. Das Wasser ist heiß. Ich spüre ganz genau die Grenze von dem Teil meines Körpers, der unter Wasser ist und dem Teil, der das nicht von sich behaupten kann. Mir wird warm, rundum warm- auch eher eine Seltenheit.
Mit der steigenden Tamperatur spüre und höre ich meinen Puls immer deutlicher- das lebendige in mir, das unweigerlich existierende Leben, welches ungefragt und unaufhaltsam in mir pulsiert. Mein ganz eigener Takt zum Leben, stark und unbeirrbar.
Das Gefühl jetzt hier zu sein und nirgendwo anders zu sein bleibt.
Freude über die letzten 24 Stunden, Vorfreude auf das, was kommt und innere Beifallsorkane in Gedanken an die ersten Aprilwochen! Egal was und wie viel jetzt noch kommt: "Einatmen, ausatmen, der Rest kommt von allein!"

Samstag, 22. Januar 2011

Catus Fabri

Die Welt dreht sich. Sie schaut zu. Dreht sich mit, hält sich fest. Macht sich unsichtbar- ist unsichtbar. Trotzdem da. Schwarzes Fell, Jadeblick, Silberkralle, Schimmerschein.
Das Leben dreht sich. Unaufhaltsam. Krallen in den Boden! Augen wach und offen, Muskeln gespannt. Ein Sprung im falschen Moment und die Welt dreht sich ohne dich. Ruhig sein. Lauern. Warten.
Die Sonne wandert. Die Gedanken wandern. Die Jagd ist vorbei- ist sie das jemals? Ohne Nacht kein Tag, ohne Tag keine Nacht. Spannung nehmen. An den Boden schmiegen. Pfoten einklappen. Die Welt anhalten.
Alles dreht sich. Nur die Katze liegt still. Sucht nach dem Puls der Welt. Da geht ein Kater übers Dach. Stolz und frech. Pfoten auf dem Boden. Zähneblecken, Katzenbuckel. Es ist Zeit zu gehen.
Die Welt dreht sich weiter. Samtweiche Pfoten auf rauhem Boden, die Trommel der Zeit im Herzen. Neun Leben und wehe wenn nicht. Ohren auf, Augen wach, die Jagd beginnt von Neuem.

Dienstag, 11. Januar 2011

Nachtschicht

Inmitten des sich anbahnenden Chaos' künftiger Monate tummeln sich licht und Schatten wie Ameisen unter einem Stein. Gutes und tendenziell weniger Gutes drückt sich an die Oberfläche und will beachtet werden. Beginnt man nun mit dem Guten oder dem Schlechten, damit der Schlusseindruck ein positiver bleibt?
Beginnen wir mit dem Anfang! Die Kreativität nimmt zu! in guten Zeiten drei mal die Woche professionell, und dieses mal sogar mit einem Ziel. Das Ziel allerdings trennt die Spreu vim Weizen... oder eher die jungen von den Alten? Marc Aurel sagt: Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
ideale sind es nicht, aber erartungen mit denen ich auf die bretter der welt trat. lyrik ist wie immer gerade aus und dafür ist großer 'SALE' für zeitgenössig multiples. kann ja auch schön sein, oder wie ein weiser mensch mal möpte: it's no fun not to like pop... außerdem reißt die begeisterung der begleitenden im hinblick auf feinsten rampenspaß jetzt schon mit... on vera wie das noch wird!
die uhr tickt.. neben allem anderen stehen noch einige projekte an. zuerst einen mord aufklären, dann gegen drachen kämpfen (was, wie wir alle wissen, bedeutet überaus weise und spitzfindeig gestellte fragen zu beantworten. MERKE: don't you mess with a dragon!), dann noch tonnenweise dünnstes Holz bepinseln, mehrfach und auch noch besonders schön und... dann! ja dann gehts erst richtig los.
dann begebe ich mich in tiefste tiefen dieser welt. das große ziel zu verstehen, was sie im innersten zusammenhält werde ich woh lnicht erreichen, aber spannend wird diese reise zum mittelpunkt des sonstwas sicherlich...
währenddessen kommen dann noch einige gesellschaftliche ereignisse:die rückkehr des königs allen voran. mit ein bisschen glück dann auch noch ein aufbruch in fremde gestade mit den gefährten...
Dann werden die trillionen gedanken und zitate einer muskeleule an den huf gebunden, in der hoffnung der prüfer versteht den zerebraldurchfall und findet ihn vielleicht auch noch gut!
Dann kommt ganz große Kunst! Besser, schöner und toller als alles, was es bisher gab! Und ich zum ersten mal mittendrin. und wieder: on vera!! ick bin jespannt: sachen 'se hier!
Danach ist noch mal riesenfette spannung und einmal die 13 (;) aufgaben des herakles nachhexen, dann wird ganz dolle hoffentlich gefeiert bis es wieder geht und was dann kommt ist leere...
danach stehen nur noch einige dinge wie eine wissensweihe in der familie, einige weitere halbgötter mit beendeten aufgaben in der anderen familie. Die Dunkelheit, die die zweite hälfte des jahres umgibt fühlt sich warm an, nicht feindlich sondern freundlich. ich wei0ß jetzt, ein bisschen was kann ich schon, der rest kommt mit dem leben!

Sonntag, 19. September 2010

Sonntagsstreifzug

eigene welt vs. realität... erstmal raus!
Zeilen aus der Ferne im Kopf begebe ich mich auf die suche nach lyrik. die ortswahl lässt allerdings zu wünschen übrig. auf der suche nach neuen wegen im viel zu vertrauten, lande ich ständig in sackgassen, typisch..
ein gedanke jagt den anderen, innere lyrik? zweifel. "zwei seelen wohnen, ach in meiner brust"- wie doof! zwischen dem wunsch niemandem zu begegnen und währenddessen die eine person zu treffen. zwischen menschen finden, dich mich so sehen, wie ich mich selbst sehe und fragen, warum die, die einen kennen, mich überhaupt mögen können- mangelnde Ehrlichkeit?
sehnsucht nach der ferne, gegen wunsch nach etwas ganz eigenem, meins allein, nicht mehr teilen, nicht mehr andauernd rücksicht nehmen oder sich kümmern müssen. auftritt rationale gedanken! dicker fetter roter ZONK! zwischen gebraucht werden wollen und selbst in ruhe tun.

hexenkessel, teufelskreis nur wo bleibt die magie?

"normalität stehe ich in größten teilen indifferent gegenüber" mag sein, oder auch nicht.. gut wills sein und mitempfunden, verstanden. direkte kommunikation ist gold wert!!

rückzug oder flucht nach vorn? gemäß dem habitus, beides zu gleichen teilen und zeiten. zwischen geduld und tobsucht. eines war bisher zu sehen, der rest innendrin. zwischen der suche nach echter ehrlicher wertschätzung sowie interesse und menschen, die eigentlich erstmal von sich erzählen wollen, die keine geduld haben.
auf der suche nach lyrik, gefunden wird allenfalls ambitionierte belletristik..

ja, ich bin anstrengend. diesmal aber ehrlich

Sonntag, 13. Juni 2010

Häuslich, oder lieber doch nicht?

Ich habe dankenswerter weise eine menge sehr guter freunde- und sie alle haben ihr eigenes lebenskonzept. Natürlich sind wir alle inzwischen an einem punkt, da es nicht mehr zählt wie oder woher man kommt. „Das kann jeder selbst entscheiden.“ Doch mit dem Entscheiden ist das so eine sache…
Es geht dabei um zwei simple ideen: 1. Sesshaft werden 2.das was mein vater „zigeunerblut“ nennt und fernweh meint, ausleben und den durst nach abenteuern stillen

Zu 2. Ist zu sagen, dass ich schon immer eher zurückhaltend bin, aber auch schon immer gern reise und auch schon hier und da war… die aktuelle tendenz geht auch eher in richtung des ich-lebe-das-jetzt-noch-aus- gefühls, als zu 1.
Andererseits erwische ich mich beim gedanklichen einrichtung der ersten ganz eigenen wohnung, beim träumen davon, mal nicht in einer wohngemeinschaft zu leben, mein güte ich habe sogar schon erste grundideen für ein eigenes erziehungskonzept aufgeschrieben!!...

Nun ergeben neueste erfahrungen aus meinem universum, dass wahre reife und weisheit die prozesshaftigkeit des lebens anerkennen und, was noch viel wichtiger ist, in ihr ruhe finden. Es geht nicht darum irgendweinem wunschzustand hinterher zu hetzen, sondern das zu tun, was im moment das beste ist und zwar aus dem, was gegeben ist und aus dem, was gebraucht wird. Eindeutig 2. Also..
Müssen wir uns immer wieder entescheiden? Ist das ankommen wirklich nichts mehr als ein ankommen im reisezustand? Oder kann die reise auch in den köpfen stattfinen während die körper sich in einem gewissen radius bewegen?

Es bleibt wohl bei den abgedroschenen sprüchen:
immer das beste draus machen!
Carpe diem
Carpe noctem! Oder was davon noch übrig ist1

Sonntag, 16. Mai 2010

Was ist wenn...!?

Was ist wenn auf einer Treppe der Schritt hinab zur nächsten Stufe nicht mehr möglich ist? Wenn dieser eine kleine Schritt Welten birgt? Wenn das beugen der Knie, das Anspannen der Muskeln unmöglich ist? Wenn der Abgrund zu tief ist? Wenn die eigene Welt zusammenzubrechen droht wenn man nur diesen Schritt täte?

Was ist wenn Gott wirklich tot ist? Oder wenn er gar nur einmal seine Meinung ändert?
Was ist wenn unsere Existenz ohne größeren Sinn ist? Wenn unser Sein dem einer Ameise gleicht? Wir nur ein Experiment sind?
Was ist wenn Dein Hund schlauer ist als Du selbst?
Was ist wenn der Himmel sich grün färbt?
Was ist wenn Du nichts zu sagen hast?
Was ist wenn es keine Arbeit mehr gibt, kein Geld?
Was ist wenn du einen Nobelpreis gewinnst?
Was ist wenn wir morgen alle sterben?
Was wäre wenn Du Dir einmal richtig Mühe gäbest?
Was änderte sich wenn Du Dich ändertest?
Was wenn ich lüge?
Was wenn Du lügst?

Ja, was nur…?

Freitag, 4. April 2008

Filme

Prolog (als Offtext)

(Carmina Burana fade in)
Schon mein ganzes, unglaublich langes Leben hege ich eine Vorliebe für Sagen, Märchen, Fantasiegeschichten und dergleichen vieles mehr. Nun ist es in den meisten dieser Geschichten so, dass es mindestens eine Hauptfigur mit Fähigkeiten oder Kräften gibt, die sie stark von den sie umgebenden Charakteren abhebt. Wenn man ein Freund dieser sogenannten Genre ist, so ist es in einigen Fällen so, dass man sich selbst wünscht, sich durch bestimmte Fähigkeiten von seinen Mitmenschen abzugrenzen- zumindest war und ist das in meinem Fall so.
Etwas besonderes sein... wer will das nicht!? So gibt es eine Menge Menschen, die sich irgendwann die propagierte Meinung annehmen, dass jeder etwas besonderes sei. Doch wenn wir alle etwas besonderes sind, dann ist es doch nichts besonderes mehr, besonders zu sein!?! Ein weitaus kleinerer Teil hat genau das richtige Maß an Selbstbewusstsein um sich selbst als besonders zu betrachten und sich genau der eigenen Stärken und Schwächen bewusst und vor allem in ihrem Tun sicher zu sein. Vor diesen Menschen habe ich sehr viel Respekt, denn sie tun etwas wofür ich einerseits viel zu feige bin und andererseits auch dem Zweifel in meinem Kopf zu viel Nährboden gebe.
(fade out)

(„Friends“ Titelmusik schnelles fade in, dann halten)

Einmal abgesehen von den ganzen anderen ungezählten Arten mit diesem Thema umzugehen habe ich für mich in den letzten Jahren festgelegt, dass es mir reichen würde für Menschen, die für ich etwas besonderes sind auch etwas besonderes zu sein, aber der Zweifel bleibt...
Mir hat vor ein paar Tagen jemand gesagt, ich sei gerade mitten in der Pubertät und hole gerade alles nach, was ich mich nicht getraut habe, als ich noch zu Hause wohnte. So. Ich muss sagen irgendwo mag das vielleicht stimmen, aber es gibt Dinge, die man den betroffenen lieber nicht sagt. Denn es sind gerade solche Aussprüche oder auch der in letzter Zeit viel gehörte Satz „Du musst noch viel Lernen“ die mich ungeduldig machen und in mit den Drang wecken wegzulaufen- von allem. (Fade out)
(Ringthema)

Wahrscheinlich warte ich im Grunde meines Herzens einfach immer noch auf den Brief der mich am 1. September aufs Gleis 9/3/4 bestellt. Allerdings ist es auch so, wenn ich genau in mich hineinhöre und alle anerzogene Bescheidenheit mal Erziehung sein lasse, dann weiß ich dass ich auf meine ganz eigen Art etwas besonderes bin. Früher habe ich mir immer gewünscht das Feuer kontrollieren oder mit den Tieren sprechen zu können... Was schließe ich daraus: Hollywood ist Scheiße! (fade out)
(„Spilt Personality“ fade in)

Ich kann nicht erklären was mich meiner Meinung nach zu etwas besonderem macht auch nicht warum, aber ich kann sagen dass es sich im Moment eigentlich ganz gut anfühlt. Es sind meistens genau diese Momente, in denen ich auch so schreiben kann, in denen ich mich so fühle. In Momenten, in denen ich ganz für mich allein bin und mal nicht auf jede Staubmilbe Rücksicht nehmen muss.
Wenn ich unter Menschen bin, hätte ich es am liebsten, wenn sie mich für Sachen, die ich an mir auch bemerkenswert finde, die ganze Zeit loben würden. Wenn sie alle mich toll fänden und vor allem das dann auch sagten...(fade out)
(Violinen, leise, gefühlvoll)

Manchmal denke ich irgendwann wird ein Mensch kommen der all das für mich tun wird, der mir die Augen für meine Besonderheit öffnen wird und mich just in dem Moment küssen wird in dem ich begreife, dass dieser Mensch derjenige ist, für den ich bestimmt bin, der mir alles erklärt, die Welt zu Füßen legt und....(Plattenkratzer)
SCHNITT
Man sieht hier ziemlich gut, dass Filme auch verderben können und unrealistische Vorstellungen vermitteln. Auch wen ich insgeheim immer noch auf ein unentdecktes Talent oder gar eine Art Superhelden-Alter- Ego meinerseits hoffe, fange ich so langsam an zu begreifen wer ich denke zu sein:

(Maccarehna)
I’d really like to speak more English and sometimes I just slip into speaking it. Though I know that some of my friends can do much better (what makes me sometimes feel embarassed to speak English in front of them) I love speaking that language! Trying to find the right tone on how to pronounce a word properly of catch the melody of a sentsnce correcly. And even other languages.
De temps en temps tout le monde oublie que moi j’ai vécu en France aussie. Je sais, ca étaient seulement trois mois, mais cette trois mois ont me changé beauoup. L’idée de travailler comme jeune fille aupair était pas bien réaliser ais enfin c’est exactement ce-que j’ai eu besoin de! Et les temps en France et en Suisse me manquent beaucoup- chaque jour un peut plus…
Y yo apprende el espanol- oder so ähnlich…. Zumindest habe ich damit angefangen und die Liste der Sprachen, die ich lernen will, ist damit noch nicht zu Ende! Italienisch und Rusisch wären noch toll. Und sollte ich je zu viel zeit haben werde ich es auch noch mit Chinesisch oder Japanisch versuchen...

(Linkin’ Park {irgendwas vom 1. Album})
Es ist meinen permanenten Minderwertigkeitsgedanken geschuldet, dass es meine Dinge gibt, von denen nicht einmal meine Freunde wissen, dass ich sie mag. Den ich habe die ganz furchtbare Angewohnheit eine Sache sofort zu lassen, wenn ich merke, dass ein anderer sie besser kann, denn ich will mich nicht blamieren, auch wen ich rein theoretisch weiß, dass niemand über einen Fehler lachen oder sich über meinen flow aufregen würde...;o)
Es ist auch so, dass ich in Momenten der Ruhe die tollsten Ideen für Texte habe und wenn ich dazu komme sie aufzuschreiben, ist die Idee entweder schon wieder weitergezogen oder das Endergebnis unterscheidet sich vollkommen von der Ursprünglichen Idee und das nicht im positiven Sinne... ich würde am liebsten genauso schreiben können, wie eine gute Freundin von mir, die zur Zeit in Italien ist. Ihre Texte sind immer so unglaublich farbenfroh ohne zu bunt zu sein. Sie sind es, die mich zum Träumen inspirieren und mir gleichzeitig das Gefühl geben ihr folgen zu können. Doch ich weiß genau, dass ich nie so gut sein kann wie sie. Die Theorie sagt mir, dass es kein besser oder schlechter bei solchen Dingen gibt, nur ein anders. Doch der Zweifel in meinem Kopf scheint nie allein zu sein. Sein Freund die Wettkampfsucht/ das Geltungsbedürfnis/ der Ehrgeiz oder wie man ihn sonst noch so nennt macht sich an den unpassendsten Orten breit. Sogar als ich einmal eine Diskussion über Moral mit einer Freundin führte, von der och schon eine ganze menge gelernt habe, fragte ich sie doch tatsächlich ob sie denke ihre Moralvorstellung sei besser als die meine. Schon beim Aussprechen dieser frage merkte ich den kleinen Teufel in meinem Kopf und er lässt sich einfach nicht vertreiben...
Es fühlt sich also von Zeit zu zeit mal mehr mal weniger gut an eben nicht- besonders zu sein und nicht permanent von allen gelobt zu werden, wie ich es mir eigentlich wünschen würde.
(Ringthema) „Ich kann es vermeiden gesehen zu werden, vermag es sogar ganz zu verschwinden- das ist eine seltene Gabe“...Superhelden gibt es nicht, genauso wenig wie den Weihnachtsmann und eine Karriere in diese Richtung ist wohl auch eher unwahrscheinlich- damit leben zu können ist der Trick...

Sonntag, 24. Februar 2008

Das Meer in mir...



Steilküste, Einsamkeit und schweigende Gedanken

Spätestens seit dem beginn des auslandssemsters einer sehr guten freundin plagte mich mal wieder das fernweh. Ich wollte weg von allem vertrauten und einfach raus und ganz weit weg. Luft holen, mich auf daas wichtige besinen undeinfach mal ein wenig zeit für mich haben. Am liebsten mit einer vertrauten person zusammen, nicht um die ganze zeit mit ihr zu verbringen, ganz im gegenteil, aber um gedanken auszutauschen und einfach mal zu reden, nur leider hatte irgendwie keiner zeit...
Ursprünglich hatte ich vor mich in der anonymität von paris zu verlieren, doch allein war es mir dann doch einfach zu weit. Also ging ich einem bedürfnis nach, welches ein freund von mir letzten sommer geweckt hatte, als er vorschlug, einen kurzurlaub an die ostsee zu unternehmen.
Früher, als ich noch mit meinen eltern zusammen in den urlaub fuhr, haben wir oft den freund meines vaters besucht, der auf rügen lebte. Daher verband und verbinde ich vor allem mit der steilküste sehr positive gedanken und vor allem gefühle der ruhe und des friedens.
So war mit den absagen meiner lieben auch gleichzeitig der entschluß gefallen eben dieses idyll meiner kindheit nach vielen jahren wieder einmal aufzusuchen. Die hinfahrt war eher mau, dank meines hypersensiblen orientierungssinnes verpasste ich die ausfahrt zum berliner ring und durfte mich so durch den berliner berufsverkehr schlagen. Auf rügen angekommen hatte ich probleme eine unterkunft zu finden, die an meinen vorstellungen an ort und lage entsprach. Letztenendes fand ich ein plätzchen in binz und konnte so sogar meinen schon aufgegebenen plan am abend noch am strand spazieren zu gehen in die tat umsetzen.
Binz war allerdings noch nicht das, wonach ich mich gesehnt hatte und so fuhr ich am nächsten tag nach sassnitz weiter und nachdem ich mir ein zimmer gesucht hatte macht ich mich auf zur heiß ersehnten steilküste.
Nach 3km wanderweg durch den jasmunder nationalpark und nach 486 Stufen abstieg war ich endlich da. Ich überließ mich meinen gedanken und es dauerte nicht lange, da wurde das mehr um mich das meer in mir und meine gedanken versiegten und ruhe kehrte in meine seele ein. An stelle des ewigen zweifelns, der sorgen und der inneren konflikte trat zufriedenheit.
Nach einem gefühlten leben in acht zeitstunden ging ich zurück. Nach einigen kleineren streitigkeiten mit dem kassenautomaten den parkplatzes, der par tout mein geld nicht nehmen wollte und daraufhin mehreren verzweifelten und letztenendes doch erfolgreichen versuchen meinerseits mein geld zu wechseln fand auch mein körper ruhe in dem verrauchten gasthaus, in dem ich ein zimmer gemietet hatte.
Am nächsten morgen frühstückte ich zusammen mit meinem von mir offiziell ernannten begleiter dieser reise Graf Vladismaus dra Coolis mitten im jasmunder nationalpark wollte ich mir dieses wiedererrungene gefühl des friedens auch köperlich noch einmal bewusst zu machen. Doch barfuß im wasser laufen was an der steilküste undenkbar und so ging ich zurück nach binz und fuhr danach mit nicht ganz warmen füßen aber frisch im geist wieder nach hause undich muss sagen: es fühlt sich immer noch verdammt gut an!
Rückblickend muss ich eingestehen, dass es vielleicht dochganz gut war, dass ich allein gefahren bin, aber im gleichen atemzug bleibt noch zu erwähnen, dass mein fernweh noch nicht ganz geheilt ist. Die welt ruft....
[es ist mir relativ schwer gefallen diesen text zu schreiben und so werden einige ergänzungen zum thema mit sicherheit folgen!]

Dienstag, 5. Februar 2008

Nachtgedanken

Der 1. Februar 2008

Dieses jahr hatte schlecht begonnen. Schon 16 tage nach beginn hatte es einen trauerfall in meiner familie gegeben, der verstorbene war einen tag vor seinem 60. geburtstag tot aufgefunden worden. 2 wochen tiefster trauer seiner angehörigen und unzähligen unterstützenden tätigkeiten später sollte heute nun die trauerfeier mit anschließender urnenbeisetzung sein, die, auf wunsch seiner schwester und mutter, öffentlich war. Mir wollte niemand so richtig glauben, dass viele leute kommen würden und so waren sie alle recht überrascht den parkplatz des friedhofs so voll zu sehen.
Ich kannte weniger als ein viertel der leute, doch erfüllte es mich mit stolz zu sehen, wie viele menschen dem verstorbenen die letzte ehre erweisen wollten. Ich hätte mir lieber zeit genommen um den ganzen menschen, die gekommen waren, einen teil meiner aufmerksamkeit zu schenken. Wer waren sie? In welcher verbindung standen sie zu dem verstorbenen?, doch die oberste priorität dieses tages war die gleiche, wie die der letzten zwei wochen: seine engsten angehörigen waren vom störenden abzuschirmen, zu stützen und zu beschützen.
Seine mutter saß in einem rollstuhl, da sie es nicht ausgehalten hätte die ganze zeit laufen und stehen zu müssen- sie war in ihrer trauer gebrochen und es war kaum ein durchkommen zu ihr. Seine schwester lief umringt von ihrer familie, in dem versuch sie zu beschützen und ihr wärme zu geben, die sie in diesem moment nicht hätte ertragen können.
Es mutete eigenartig an, an der spitze des gesamten trauerzuges über den gesamten friedhof bis hin zur trauerkapelle zu laufen. Normalerweise genieße ich die atmosphäre, die sich über friedhöfe legt. In meinem empfinden war es immer so eine art stille seeligkeit. Doch mit meinem ersten schritt durch das tor des friedhofs legte sich ein gewicht auf meine seele.
Die trauergemeinde ging langsam, fast zögerlich, als traue sich keiner den anderen voran zu gehen und jeder nur auf des anderen schritte wartete. Es dauerte gefühlte zwanzig minuten bis alle, die sich setzen wollten, sich hingesetzt hatten und bis die, die sich an ihrem platz unwohl fühlten einen nach ihrem gutdünken besseren platz gefunden hatten. Während der ganzen zeit lief das lied ‚hinter dem horizont’ von udo lindenberg. Schlichtweg hohn in meinen ohren.
Die rede der trauerrednerin war von seiner schwester vorher schon stark eingeschränkt worden und trotzdem schaffte diese frau es ihre schwarz beschuhten füße in einige kleinere fettnäpfchen zu setzen. ‚sie, frau christa schildhauer, liebe mutter, erinnern sie sich noch wie es war, ihren sohn das erste mal in den armen zu halten?’ wie kann man denn bitte eine mutter an die geburt ihres sohnes erinnern wenn sie gerade in begriff ist, diesen zu grabe zu tragen? Die rede dauerte, obwohl sie die zwölfminutengrenze nicht überschritt, lang und barg noch einiger solcher schnitzer in sich und wurde zudem von weiterer musik, diesmal klasisch, unterbrochen. Mein herz jedoch verlangte nach anderem:
ES REICHT! SCHLUSS! AUFHÖREN! GENUG GEREDET! Es waren der worte zu viele gefallen, die angehörigen und der verstorbene selbst zu oft adressiert worden- ein gräuel. Doch hätte kein trauerredner der welt mich in diesem moment zufrieden stellen können, ich, die ich in diesem moment beschlossen hatte, meine trauerrede profilaktisch selbst zu schreiben!
Nach der rede und entsprechender aufforderung erhoben sich alle. die kinder, die frau, die schwester und die mutter des verstorbenen, die es während der rede vor trauer immer wieder haltlos geschüttelt hatte, gingen nun allen voran zum urnengrab. An sich lief alles wie erwartet ab, alle anwesenden, allen voran natürlich die engsten angehörigen, legten je eine blüte vor dem grab ab und griffen mehr oder minder tief in das streukörbchen. Ich wählte nur eine einzige blüte und stellte mich dann wieder zu den meinigen um meinen aktuellen prioritäten nachzukommen.
Die anteilnahme dieser verschiedensten leute rührte mich fast zu tränen, der einzige moment dieses tages, an dem ich fast geweint hätte. Doch hatte ich mir fest vorgenommen dies nicht zu tun, denn an diesem tag galt es nicht mich zu stützen und zu trösten, mein leid stand dem derer, die ich zu unterstützen suchte, hinten an, denn mein verlust war geringer. Man möchte sich ja fast schämen nicht so direkt betroffen zu sein, nicht so zu trauern, am vorabend noch gelacht zu haben und ausgelassen gewesen zu sein.
Meine position wurde mir just in dem moment bewusst, als wir alle eigentlich schon auf dem rückweg waren und die tochter des verstorbenen vor trauer zusammenbrach. Sie war immer wie eine schwester für mich gewesen, bis sie ca 600km weit weg gezogen war. Die trauer hatte uns nun wieder ein wenig mehr zusammengebracht, wie es schon immer in dieser familie war: in alle winde zerstreut, doch wenn etwas sein sollte, sind alle vereint. Doch nun war ich nicht mit ihr vereint. Sie war in den letzten tagen so stark gewesen und gab ihrer mutter wieder halt. Eine freundin, aus ihrer neuen heimat stützte sie nun, denn sie konnte nicht mehr gehen, die trauer ließ sie erbeben und schüttelte sie wie ein herbststurm noch nicht ganz welke blätter an einem baum. Wie gern hätte ich sie in den arm genommen und ihr trost spenden können, doch das konnte nicht einmal ihr mann- wo hätte dort mein platz sein können, zwischen all’ diesen trauernden, denen ich nicht zur seite stehen konnte?
Ich ging allein zurück zum auto zurück und blieb allein mit meinen gedanken.

Sonntag, 27. Januar 2008

ein sonntagmittagstraum

sonntagsträume

der letzte tag der woche...und für mich zugleich immer der ruhigste. gestern abend war es sehr, nun ja, emotional-erkenntnisreich, das muss man ja auch erstmal verarbeiten, aber das soll hier jetzt nicht thema sein...
der blick aus dem fenster verspricht keine romantisch-winterlichen wattelandschaften, der winter kleidet sich dieses jahr in wind, regen und temperaturen bis 10°C, immer wieder kommt einem da der gedanke "ach komm, lass uns drachen steigen gehen...!" und doch tut man es nie- is ja doch irgendwie zu kalt, und sowiso und überhaupt...
der wind draußen scheint ein konzert zu geben, keine musik, die ich sonderlich mag, zumindest nach dem schunkeln der bäume zu urteilen. und doch... und doch kann ich nicht umhin es zu genießen, diese schroffheit des wetters. es schreit ja förmlich danach, dass man sich irgendwo verkriechen soll um nicht wieder hervorzukommen. die meisten scheinen das auch zu tun. aber was wenn man sich dann doch hinaus wagt? da sieht man dann die spärchlichen paar leutchen, die mit eingezogenen köpfen und schnellen schrittes die straße entlang eilen um es so schnell wie möglich ihren artgenossen gleich zu tun. geht man in solch einer szenerie dann hoch erhobenen hauptes und erdreistet sich dann vielleicht sogar noch die augen zu schließen und dem wehklagen der winde zu lauschen, schafft man sich eine eigene welt, in die niemand zutritt haben will, der sie nicht versteht, denn erklären, kann man sowas nicht...

einen schönen sonntag noch!